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Home Street Home in Brüssel: Obdachlosigkeit vor dem Europäischen Parlament

vor 2 Tagen
1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Direkt vor dem Europäischen Parlament in Brüssel schläft ein Mensch. Ein Koffer, ein paar Wasserflaschen, eine Isomatte, Decken, daneben eine kleine EU-Flagge. Es ist der Alltag eines Menschen, der hier lebt, wenige Schritte von dem Ort entfernt, an dem über Europas Sozialpolitik entschieden wird.



2021 hat sich die EU das Ziel gesetzt, Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden. Das Europäische Parlament hat unterschrieben. Heute sind wir noch vier Jahre von diesem Ziel entfernt, und die Realität sieht anders aus. Statistiken gehen davon aus, dass pro Nacht über 895.000 Menschen in der Europäischen Union auf der Straße schlafen. In den vergangenen zehn Jahren ist diese Zahl um fast 70 Prozent gestiegen.


Für das belgische Kapitel von „Home Street Home” habe ich in Brüssel Menschen getroffen, die nach Jahren, manche nach Jahrzehnten auf der Straße, wieder eine eigene Wohnung haben. Einen Schlüssel zu einem Ort, der ihnen gehört. Ein Bett, in dem sie sicher schlafen können. Möglich wurde das durch die tägliche Arbeit von Infirmiers de Rue, deren Teams Menschen von der Straße ins Wohnen begleiten.



Housing First gilt europaweit als wirksamste Strategie gegen Obdachlosigkeit. Menschen bekommen zuerst eine eigene Wohnung, ohne Vorbedingungen, und von dort aus die Unterstützung, die sie brauchen.


Heute ist World Homeless Day, der internationale Aktionstag gegen Obdachlosigkeit. Die Forderung ist klar: Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum und Sozialarbeiter:innen, die Menschen auf ihrem Weg von der Straße in ein eigenes Zuhause unterstützen.


„Home Street Home” begann in Deutschland und wird nun in Europa fortgesetzt, Stadt für Stadt, in Bildern und im Film. Das belgische Kapitel ist der Auftakt.


Gefördert von der VG Bild-Kunst.

 
 
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